Mitteldeutsche Zeitung, 09.10.2011

Lieder, die zu Herzen gehen


VON MICHAEL MAUL
WOLFEN/MZ. Als eine große Unterstützung und Wertschätzung der Arbeit des Hospiz Wolfen wertete Katrin Riem, die Schatzmeisterin des Vereins, das Benefizkonzert, das am Sonnabend in der Wandelhalle des städtischen Kulturhauses in Wolfen stattfand. Die hallesche Vocalgruppe "Salttown Voices" sowie die Wolfener Sängerin Judith Hermann waren dabei die aktiven Gestalter auf der Bühne, während der Kunstverein Bitterfeld-Wolfen und auch der Hospizverein die Möglichkeit nutzten, ihre Bilder sowie kleine Geschenke, die als Spende erworben werden konnten, vorzustellen.
Bei dem Konzert, das das erste gemeinsame Auftreten von Judith Hermann und den Salttown Voices war, kam in den Liedern immer auch wieder der Gedanke an einen lieben Menschen, den man verloren hat oder an das, was wir so gern verdrängen möchten, in den Vordergrund. Für die Arbeit des Hospiz allerdings sei das Alltag, beschreibt Katrin Riem die tägliche Arbeit. "Der Verein ist aber nicht nur für Sterbende, sondern auch für Trauernde da", betont die Schatzmeisterin. Es sei eine schwere Arbeit, die sehr viel Verständnis und Einfühlungsvermögen verlange, sagt sie. Deshalb seien von den 118 Mitgliedern des Hospiz auch nur etwa 25 in der direkten Begleitung und Betreuung tätig, erklärt sie. "Wenn man sich für die ehrenamtliche Arbeit bereit erklärt, muss man einen Grundkurs sowie Aufbaukurse besuchen und ein 40-stündiges Praktikum absolvieren", beschreibt sie die Ausbildungsphase. Dennoch sei das Einfühlungsvermögen in einen trauernden oder sterbenden Menschen von besonderer Bedeutung, sagt Frau Riem.

Wichtig seien aber auch die vielen Mitglieder des Vereins, die nicht direkt mit den Menschen arbeiten, dennoch aber eine wichtige Stütze der gesamten Truppe sind, meint die Schatzmeisterin. Auch sie seien für die Seele des Menschen da und würden mithelfen, dass die oft schwierigen und komplizierten Wege mit Würde genommen werden könnten.

Genau wie der Hospizverein sind es auch die Gospels, die von den Sängerinnen und Sängern in gekonnter Art und Weise vorgetragen wurden. Sie handeln oft auch vom Leben, dem Tod und einem Glauben an den Gott, der für viele ein fester Halt im Leben ist. "Der Tod gehört nun einmal zum Leben dazu und ist ein Bestandteil der Menschheit", meint Katrin Riem und so sollte man ihn nicht heimlich behandeln sondern offen darüber sprechen. So offen, wie die Salttownvoices in ihren Lieder darüber singen wünschte sich der Hospizverein oft auch die Diskussion über das Ende des Lebens. "This little light of mine" (Mein kleinen Licht) beschreibt zum Beispiel, wie ein Licht oder ein Gedanke an einen Menschen weiter scheint, auch wenn er nicht mehr unter uns weilt. "Gospel zieht keine Grenze zwischen Leben und Tod", sagt Chorleiter Oliver Burse. Gekonnt beschreibt er die Lieder, die seine Mitglieder den rund 100 Gästen des Benefizkonzertes vortragen und bringt dadurch den Zuhörern auch die Inhalte der Songs näher.

Viel Beifall für ihren Auftritt bekam auch die Wolfener Sängerin Judith Hermann, die einmal mehr bewies, wie man mit einer wunderbaren Stimme eindrucksvolle Atmosphäre schaffen kann. "Es ist immer wieder schön, die junge Frau singen zu hören, egal was sie singt", sagt Gerlinde Schönherr aus Zörbig, die extra zu diesem Konzert nach Wolfen gekommen ist.

"Wir haben eigentlich nur einmal geprobt und kennen uns auch erst sehr kurze Zeit", sagt Judith Hermann in einem Gespräch. "Aber wenn das Gefühl stimmt, dann klappt es auch." Den gleiche Effekt hatte sie erst vor kurzem bei ihrem Auftritt mit dem Wehrbereichsorchester der Bundeswehr im Großen Saal des Kulturhauses. Für den Hospizverein war der Tag mit Musik ein großes Erlebnis und auch Erfolg. "Das werden wir gern wiederholen", sagt Katrin Riem abschließend und freut sich schon auf das nächste Erlebnis.

 

 

Mitteldeutsche Zeitung, 10.05.2011

Die Lieder hallen noch lange nach

"Salttown Voices" aus Halle gastierten in der Brehnaer Stadt- und Klosterkirche

VON MICHAEL MAUL
BREHNA/MZ.. "Die ,Salttown Voices' sind verstummt, aber ihre Lieder werden noch lange in den Mauern der Stadt- und Klosterkirche in Brehna nachhallen", sagt Gunter Daum vom Förderverein der Kirche nach Abschluss des Konzertes, das 28 Sängerinnen und Sänger aus Halle bestritten. Dass es den Besuchern mehr als gefallen hat, belegen nicht zuletzt die stehenden Ovationen und Zugabe-Rufe. Und so war dann auch "Oh happy day" der Zugabetitel, der das gesamte Konzert beschrieb. "Ein schöner Tag, ein schöner Abend mit herrlichen Stimmen und vielen bekannten Liedern", das Fazit.
Chorleiter Oliver Burse, auch der Moderator des Abends, gab zu jedem Titel eine Erklärung und beschrieb den Gästen, welchen Hintergrund die einzelnen Texte der vorwiegend kirchlichen Lieder haben. "Eigentlich war es ein Zufall, dass die Frauen und Männer hier gastieren", beschreiben Katrin Eipert und Gunter Ecke den Auftritt des Gospel-Chores. Eine Sängerin sei Moderatorin beim Fernsehen und daher kenne man sich, sagte Katrin Eipert. Und so sei der Auftritt in Brehna vorbereitet worden, erklärt die Chefin des Saxophonorchesters "Sax & Fun" aus Brehna.

Die 1987 eigentlich als Gospelchor Halle gegründete Gruppe, die größtenteils aus Studentinnen und Studenten der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik besteht, hatte sich aus Dank an die Stadt Halle in "Salttown (Salzstadt)-Voices" umbenannt. "Viele von uns haben nicht hauptberuflich mit Musik zu tun", beschreibt Chorleiter Oliver Burse sein Ensemble. Aber die Liebe zur Musik und vor allem die Liebe zu den Gospels und Spirituals habe sie als Gruppe zusammengeschweißt.

Vorwiegend a capella oder mit Klavierbegleitung gesungen, verbreiten solche Titel wie "Lean on me", "Oh happy day" oder "Go, tell it on the mountain" ein regelrechtes Gänsehaut-Feeling. Sie animierten auch die Gäste zum Mitklatschen und mitsingen. Aber noch viel beeindruckender waren der Rhythmus und die Stimmen der Solisten, die mal leise, dann aber auch wieder laut die einzelnen Passagen darboten und der mehrstimmig einsetzende Background-Chor, dessen Klang im großen Kirchenschiff einen wunderbaren Klang hinterließ.

"Wir sind begeistert", sagen Inge und Herbert Körmig aus Delitzsch, die von dem Konzert in der Kirche erfahren hatten. Bis jetzt habe man Gospelgesang nur aus dem Fernsehen gekannt und dann auch nur im Zusammenhang mit amerikanischen Kirchen, beschreiben sie ihre Eindrücke. Doch das, was die Frauen und Männer aus Halle vorgetragen hätten, sei schon sehr beeindruckend.

Für den Förderverein der Kirche sei dieses Konzert ein weiterer Meilenstein in der Geschichte, sagte Gunter Daum weiter. Es sei noch viel zu tun in und an dem alten Haus. Das Dach habe man schon sanieren können, doch nun stehe die Rekonstruktion der Kassettendecke im Inneren des Kirchenschiffes an, warb er. Eine Spende, wie hoch auch immer, könne dazu einen weiteren wichtigen Beitrag leisten, sagt er den Besuchern zum Abschluss des Konzertes.

 
 
Thüringer Allgemeine, 30.06.2009

Einfach nur dabei sein

Bei der jüngsten Gospelveranstaltung in der S.-Vitus-Kirche von Großmehlra blieb kein Platz frei
EIN LECKERBISSEN: Der Auftritt des Chores "Salttown Voices" aus Halle/Saale

VON KLAUS DREISCHERF
GROßMEHLRA. Waren schon die "Nächte der Lieder" in den vergangenen Jahren in der Menterodaer Michaeliskirche ein Erlebnis der besonderen Art, so setzte das musikalische Highlight am letzten Samstag, die Gospelnacht in der St.-Vitus-Kirche in Großmehlra, noch ganz andere Maßstäbe.

Der Standardsatz "Bis auf den letzten Platz gefüllt" wäre an diesem Abend stark untertrieben gewesen. Selbst da, wo eigentlich in einer Kirche keine Platz ist, waren die Gänge und Ecken so besetzt, dass man gerade so gurchgehen konnte. Jeder wollte einfach dabei sein, und so waren es nicht nur junge Leute, sonder auch die schon etwas älteren Jahrgänge bildeten ein buntes Besucherbild. Neben dem einheimischen Regional-Gospelchor "Gospelthur" und der christlichen Folk-Band "Menthol" - dieser Name steht für die Entstehungsorte dieser Band Menteroda und Holzthaleben - unter der Gesamtleitung von Kantor Christian König aus Keula brachte die ohnehin schon gute Stimmung in der Kirche auf den Höhepunkt mit ihren Liedern.

Zuvor erlebten aber im ersten Teil dieser Nacht der Lieder die Besucher mit dem Auftritt des Chores "Salttown Voices" aus Halle/Saale einen wahren Leckerbissen. Der Name ist eine Hommage an ihre Heimatstadt Halle, die Salzstadt.......

Fazit: Eine mehrs als gelungene Nacht der Lieder, die noch lange im Gedächtnis der Besucger dieses Abends bleiben wird.........

 

 

Bitterfelder Spatz, 10.06.2007

Große Stimmen in Wolfener Kirche

Gospelkonzert der "Salttown Voices"

VON MICHAEL MAUL
WOLFEN. Das diesjährigen Wolfener Stadtfest begann am Freitagabend mit einem Gospelkonzert in der Evangelischen Kirche. Vor vollem Haus und begeistertem Publikum zeigten die "Salttown Voices" aus Halle ein kleines Spektrum ihres umfangreichen Repertoires. Organisiert vom Heimatverein Wolfen war es der Auftakt der dreitägigen Feierlichkeiten entlang der Leipziger Straße.

Pfarrer Torsten Göhler war ebenso begeistert, wie die vielen Gäste. Ihn freute besonders, dass auch viele junge Menschen den Weg in die Kirche gefunden hatten. Und wer da war, hatte es bestimmt nicht bereut. Die 1987 als Gospelchor Halle von Studenten der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik gegründete Formation, hat sich dann in Anlehnung an die Salzstadt Halle in "Salttown Voices" umbenannt.

Das Repertoire umfasst Gospels und Spirituals in unterschiedlichen Bearbeitungen, die vorwiegend a capella gesungen werden. Vom feinen leisen Ton bis hin zum ausdruckstarken "Oh happy day" beeindruckten die Sängerinnen und Sänger mit Musikalität, Einfühlungsvermögen und Spaß an der Musik. Nach dem etwa einstündigen Konzert begleiteten die Hallenser die Kirchenbesucher hinaus und sangen noch vor der Kirche gemeinsam mir Ihnen.

Es war ein beeindruckender Abend, der das Wolfener Stadtfest würdig einleitete und sicher eine Wiederholung finden wird.

 

 

Naumburger Tageblatt, 04.04.2005

Gospel und Spiritualmusik in barockem Gotteshaus

City Night Life: Ungewöhnlicher Start mit Salttown Voices in Marienkirche

VON HANS-DIETER SPECK
Naumburg. Als "Oh happy day" nach 60 Minuten ausklang, war noch lange nicht Schluß. Ein begeistertes Publikum erbat sich durch stürmischen Applaus weitere Zugaben: "Praise ye the Lord" und "Down in the River". Und schließlich geleiteten die sechs Sänger und elf Sängerinnen ihre Zuhörer zum Ausgang, wo auf dem Marienplatz des Singens noch kein Ende war. Zum Auftakt der City Night Life am Sonnabendabend  hatten die Veranstalter den Gospelchor SALTTOWN VOICES eingeladen. Womit sie goldrichtig lagen, denn die Stimmen aus Halle - ausgezeichnet im Chor und in den Solis - hatten für eine selten so gut besuchte Marienkirche gesorgt.

Hier im barocken Gotteshaus erklangen Gospel und Spirituals in unterschiedlicher Bearbeitung und Einsatz, und mitunter begleitete Chorleiterin Kathleen Schnecke die Sänger und Sängerinnen behutsam am Tasteninstrument. Der 1987 von Studenten der evangelischen Hochschule für Kirchenmusik gegründete Gospelchor vereint junge Leute aus verschiedenen Berufen und Studienrichtungen. Ihre Begeisterung für Gospel und Spiritualmusik und die expressive Form des Vortrags ergriff auch in Naumburg das Publikum. Azs Zuschauern und -hörern wurden Akteure. Bei "Swing a me Lord" vereinten sich die Stimmen der Naumburgen mit denen der Sänger. Der Beifall steigerte sich von Lied zu Lied. Und das bekannte "Swing low, sweet Chariot" erklang erneut im gemeinsamen Gesang..........

 

 

Mitteldeutsche Zeitung, 18.11.2003

Gospelklänge vom Feinsten

"Salzstadt-Stimmen" begeistern in vollbesetzter Großkorbethaer Kirche


VON MAIK SCHUMANN
Großkorbetha/MZ. Anlässlich der Friedensdekade konnten am vergangenen Sonntagnachmittag 150 Gäste in der bis zum Dach gefüllten St. Martin-Kirche in Großkorbetha Musik vom Feinsten erleben. Grund für den wahren Ansturm auf die Kirche war das Konzert des Hallenser Vokalensembles "Salttown Voices", das das Publikum mit Gospels und Spirituals begeisterte. Die 15 Sänger, unter der Leitung von Christian König, der seit 2001 diesem Chor vorsteht, leben diese Musik. Sie sind mit Leib, Seele und Stimme dabei. Deshalb dauerte es auch nicht lange, bis der Funken auf das Publikum übersprang und es mit klatschte, mit schnipste oder mit sang.
Seit 1987 gibt es die "Salzstadt-Stimmen" und seit dieser Zeit erfreuen sie, nicht nur zur Weihnachts- und Adventszeit, die Konzertbesucher. Eigentlich als Jazzchor gegründet, dauerte es nicht lange bis die Sänger in der Gospelmusik ihre Passion fanden. "Gospel, das ist auf moderne Art den Leuten das Evangelium nahe zu bringen", so König. Und egal ob man selten oder regelmäßig in die Kirche geht, die afrikanischen oder amerikanischen Glaubenslieder begeistern durch Rhythmus und Groove. Auch wenn alle Lieder auf Englisch oder "Afrikanisch" vorgetragen wurden, bekamen die Leute dennoch einen Einblick darin, wovon sie handeln. Dafür sorgte schon der Chorleiter, der in Kurzfassung den Inhalt wiedergab.

Ob Soli, Kanon oder der gesamte Chor - es war eine Freude diese Stimmen genießen zu dürfen. Das fanden auch die Gäste, die nach jedem Stück stürmischen Applaus spendeten. Am Ende des einstündigen Konzerts bekamen die Hallenser minutenlangen Beifall, so dass sie nicht gehen konnten ohne zwei Zugaben zu geben. Auch Pfarrer Uwe Hoff ging das Herz über, denn so voll wie bei diesem Konzertnachmittag sind die Kirchen nicht all zu oft.


Mitteldeutsche Zeitung, 24.06.2003

Gospel lockt 300 Gäste

1300 Euro an Spenden

Dieskau/MZ/dd. Der Auftritt des halleschen Gospelchores "Salttown Voices" zum Dieskauer Musiksommer lockte am Sonntag 300 Besucher in die Kirche St. Anna der Gemeinde. Das war laut Auskunft von Pfarrer Günther Baumgarten der bisher größte Zuspruch 2003.

Allein an diesem Tag spendete das Publikum 1300 Euro. „Damit sind wir unserem Ziel, das Workcamp mit internationalen Teilnehmern im August in Dieskau zu finanzieren, näher gekommen“, so der Pfarrer weiter. Insgesamt werden für dieses Projekt 3000 Euro benötigt...............

 

Bad Langensalzaer Allgemeine, 29.04.2003

Gospels mit Haut und Haaren verschrieben

In der Peter-und-Paul-Kirche in Gräfentonna gastierte am Samstagabend der Gospelchor "Salttown Voices" aus Halle an der Saale. Chorleiter Christian König hatte ein Heimspiel - er stammt aus dem Ort.

Gräfentonna(az). Der Gospelchor "Salttown Voices" aus Halle/Saale gab am Wochenende in der Kirche Gräfentonna vor zahlreichen Besuchern in einem einstündigen Programm einen kleinen Einblick seines künstlerischen Könnens.

Zu Beginn des Abends begrüßte Chorleiter Christian König, der selbst einmal Bürger des Ortes Gräfentonna war und heute in Halle Kirchenmusik studiert, das Publikum, das den 14 aufgetretenen Chormitgliedern für Ihre Darbietung große Anerkennung zollte. Der Gospelchor, der in seiner Vollbesetzung bis zu 30 Mitglieder umfasst, seit 1987 besteht und seitdem auch öffentlich auftritt, wird in den nächsten Wochen und Monaten weitere Gastspiele, nicht nur in der Nähe seines Standortes Halle, sondern auch in Wittenberg, auf der Insel Usedom sowie in mehreren im Harz und anderswo geben.

Interessant ist auch zu wissen, dass die Chormitglieder im Alter zwischen 16 und 60 Jahren sind und sich dieser Musik mit Haut und Haaren verschrieben haben.

 

Mitteldeutsche Zeitung, 14.04.2003

Gospel im Sektkeller der Rollsdorfer Mühle

Viel Beifall für Salttown Voices aus Halle - Konzert gut besucht

Rollsdorf/MZ/mas. "Aber bitte im Rhythmus", ergänzte einer der 150 Gäste im Sektkeller des Weingutes Rollsdorfer Mühle als Salttown Voices, ein Gospelchor aus Halle, das Publikum zum Mitklatschen ermunterte. Das große Tonnengewölbe hatte zuvor die Misstöne einiger Falschklatscher mit einem Klangchaos erwidert. Doch im Laufe des einstündigen Gastspiels gingen die für europäische Ohren ungewohnten Rhythmen auch dem letzten Gast ins Blut.

Gastgeber René Schwalbe, Winzer, Miteigentümer von 4,5 Hektar Höhnstedter Weinberg und Kellermeister über sieben weiße und vier rote Weinsorten, konnte sich über einen gelungen Auftakt einer Reihe von Veranstaltungen freuen, mit der er sich am Festjahr "1030 Jahre Weinbau - Region Mansfelder Seen" beteiligt.
Dass 14 Frauen und fünf Männer von Salttown Voices nach Rollsdorf kamen und erstmals unter der Erde sangen, verdankte Weinbauer Schwalbe seiner Freundin Carmen Lenke. Sie gehört zu dem Ensemble, das im Vorfeld des ungewöhnlichen Auftritts vergeblich nach einem Gospelsong zum Wein gesucht hatte. Doch Lieder wie "Let my little light shine" (Lass mein kleines Licht leuchten) passten auch gut zum Veranstaltungsort. Indes schienen selbst die Jüngsten zu verstehen, dass die gemütliche Konzertrunde letztlich dem Inhalt der Edelstahltanks im Nachbarraum galt. Und ein kleiner Junge, der ausbüxte, war nur mit Brotkanten und Käsestückchen vom vorzeitigen Weinkult abzuhalten.

In Erwartung des Ansturms begab sich René Schwalbe an seine Weintheke als das Publikum im Sektkeller noch fleißig "Zugabe" forderte, ehe es mit "We shall never die" (Wir werden nie sterben) verabschiedet wurde. Zur Eröffnung des Festjahres am 3. Mai 2003, 14 Uhr in der Kirche St. Lucien und Ottilien in Höhnstedt werden viele sicher wieder in der Gegend sein.




Mitteldeutsche Zeitung, 24.06.2002

Musikalisch durch Altes Testament

"Salttown Voices" aus Halle gastiert mit Gospels


Osterhausen/MZ/rsf. "Lobet den Herrn" gehört sicher zum "Standardrepertoire" der evangelischen Kirchengemeinde in der Wigbertkirche zu Osterhausen. Eine etwas andere Version erklang am Sonnabend zum Abschluß eines Konzerts der „Salttown Voices“ aus Halle. „Praise Ye The Lord“ brachte der Gospelchor dem in den gut gefüllten Bankreihen lauschenden Publikum zu Gehör.
Vor 15 Jahren hatten sich Studenten der evangelischen Kirchenmusikschule in Halle zusammengefunden und gründeten den Gospelchor Halle. Bereits 1988 öffnete sich der Chor für Interessenten außerhalb der Kirchenmusikschule. Die wenigsten seiner Mitglieder haben sich beruflich der Musik verschrieben. Sie alle verbindet die Freude am Gesang nordamerikanischer Spirituals und Gospels.
Einige der Gründungsmitglieder singen noch heute bei den „Salttown Voices“. Der Name bedeutet übersetzt „Salzstadt-Stimmen“ und ist eine Reverenz an die Stadt Halle (Saale). Geleitet wird der Chor stets von zwei Chorleitern. Zurzeit sind dies Christian König und Christian Grosch. Beide übernahmen jeweils eine kurze Erläuterung zu den von ihnen dirigierten Gospels und Spirituals. Dadurch war es auch denen, die der englischen Sprache nicht so mächtig sind, leicht möglich, den Inhalt der dargebotenen Stücke zu erfassen.
Am Rhythmus kam kaum jemand vorbei. Neben Bekanntem wie „Oh Happy Day“ mit der Solistin Eva oder „Lean On Me“ wurden die anwesenden mit zahlreichen Stücken, die einen konkreten Bezug zur Bibel hatten, erfreut. Mitunter machte es den Eindruck, als würde man musikalisch durch das Alte Testament reisen. So erinnerte „Wade In The Water“ an die Teilung des Roten Meeres beim Auszug aus Ägypten oder „Joshua Fight The Battle Of Jericho“ an die berühmten Posaunen, die schließlich die Mauern der transjordanischen Stadt zu Fall brachten.

Dem zahlreichen Publikum bot sich die Gelegenheit zum Mitsingen bei einem der bekanntesten Spirituals. Und so sangen der Chor und die Zuhörer in den Bänken und auf der Empore gemeinsam "Swing Low, Sweet Chariot".

Die meisten Stücke wurden a capella gesungen, nur vereinzelt gab es Klavierbegleitung. Bei zwei afrikanischen Gospels kamen Trommeln zum Einsatz. Nach dem offiziellem Abschluß mit dem Lobpreis des Herrn verlangte das Publikum noch insgesamt drei Zugaben. Unter dem Gesang von „We Shall Never Die“ (Wir sollen niemals sterben) zogen die 14 Frauen und sieben Männer, begleitet von stehenden Ovationen aus der Osterhäuser Kirche und sangen vor der Kirche munter weiter.




Mitteldeutsche Zeitung, 24.04.2002

Sogar auf Usedom ist Ensemble ein Begriff

"Salttown Voices" 1987 von Studenten gegründet - Viele Reisen

von MARTIN SCHRAMME
Halle/MZ. "Nja-ha nja-ha nja", "Wo-ho-ne, Wo-hon-ne, Won-ne" - mit wunderlichen, doch effektiven Stimmübungen starten die "Salttown Voices" jeden Mittwochabend in den Chorgesang. Der Alltags-Stress wird abgelegt, die Stimme erweckt, ehe der Gospelchor so richtig losübt. Zwei Chorleiter, traditionell Studenten der Kirchenmusikschule Halle, übernehmen dann die Regie des zurzeit 20-köpfigen Ensembles.

Gerade haben Christian König und Christian Grosch von Chorleiter Oliver Burse den Staffelstab übernommen. Am Blüthner-Flügel in der Aula des Neubaus der Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik, dort probt die Gruppe, geben sie nun den Ton an. Nach Übernahme der Chorleitung blieb König und Grosch nicht viel Zeit zum Eingewöhnen. Erstmals unter ihrer Regie trat der Chor vor wenigen Tagen beim Gospelkonzert in der St. Marien-Kirche auf. Mit Klassikern wie „Oh happy day“ konnte das Ensemble letztlich brillieren. Wurden derartige Hits doch schon x-mal dargeboten.

Zumal mit Eva Drunkenmölle eine Sängerin den Solopart übernimmt, die seit 1988 und damit beinahe von Anfang an mit dabei ist und inzwischen auch eine Gesangsausbildung absolviert hat. Die Medizinerin ist als 15-jährige zum Gospelchor Halle gestoßen, den Studenten der Kirchenmusikschule 1987 aus der Taufe gehoben hatten. „Das sollte eigentlich ein Jazzchor werden, aber wegen Mangels an Notenmaterial scheiterte dieses Vorhaben“, berichtet Eva Drunkenmölle.

Kurz nach Eva Drunkenmölle stieß Orthopädie-Schuhmachermeister Gunther Stenzel zu der fröhlichen Truppe. Auch er hat die Wendezeit, als der Chor auf acht Mitglieder schrumpfte, durchgehalten. „Spaß am Singen, die Möglichkeit, mit der Musik zu wachsen und wertvolle Freundschaften zu schließen“, nennt Stenzel die wesentlichen Gründe seiner Treue. Gut findet er auch, dass sich ein ganz bunter Chor entwickelt hat ohne konfessionelle Bindung. Dass die Chorleitung inzwischen aufgrund der erwähnten Tradition, dass Studenten der Kirchenmusikschule den Chor leiten, elf Mal gewechselt hat, empfindet Stenzel jedoch etwas anstrengend.

Doch das ist während der lustigen Chorproben und der zahlreichen Auftritte – diese finden überwiegend in Kirchen statt- schnell vergessen. Zumal die Salttown Voices mit ihrem Repertoire an Gospels und Spirituals unterschiedlichen Bearbeitung oft auch auf Reisen gehen. Allein im vergangenen Jahr gaben sie 16 Konzerte in Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die nächste Chorreise ist bereits für Himmelfahrt geplant. Ziel: die Ostseeinsel Usedom. Dort haben sich die „Salzstadt-Stimmen“ aus Halle (so die Übersetzung des Chornamens) schon einmal in die Herzen der Leute gesungen.

Gunther Stenzel erinnert sich sogar an eine lustige Episode der letzten Usedom-Reise. Durch Kontakte über die Pfarrgemeinden hatte sich ein Abstecher ergeben. „In einem Konzert sprang plötzlich ein Frau auf und rief ´Halleluja´, allerdings ohne zu wissen, dass unser nächster Song so heißen würde.“......